Вилково
Historische Skizze über Vilkovo

   Vilkovo ist eine kreisangehörige Stadt. Sie liegt im Kilijaarm, im Donaudelta, auf den Inseln, welche durch viele Flussarme und Kanäle geteilt sind. Der Abstand bis zur Kreisstadt beträgt 40 Kilometer.

   Das umfangreiche Unterland der Donau, dessen größter Teil mit den Mooren bedeckt ist, hatte im Mittelalter keine besonderen Vorteile für Besiedlung. Aber gerade hier fanden die verschiedenen Flüchtlinge ihre Wohnplätze. Hier kamen auch die russischen Kirchenspalter– Lopovaner (Pilipony, Pfilippovtsy), die sich wegen der religiösen Verfolgung flüchteten. Laut Überlieferung gründeten sie eine Siedlung 1746 auf dem Platz der modernen Stadt Vilkovo. Der Siedlungspunkt wurde erstmals auf den russischen Landkarten 1775 erwähnt {Sowjetische Enzyklopädie, Moldau, Band 2, Kischinau, 1971, S. 94; Skalkovskii A.A. Die Erfahrung der statistischen Beschreibung Neurusslands, T.1, S. 77.}. Ende des XVIII Jahrhunderts haben die reichen Fischgründe die Nachkommen der Donkosaken – Nekrasovtsy – hingezogen, die nach dem Bulavins Aufstand 1707—1709 nach Kuban weggegangen sind. Die Nekrasovtsy haben sich in sogenannte „Kirgany“ (Fischereiartel) vereinigt und den Fischfang an der Donau und Seen betrieben {„Russisches Archiv“, 1902, Band 2, Auszug 5, S. 152}. Nach der Zerstörung von Saporoger Sitsch (1775) hat der Teil der Kosaken in die Donauländer zugewandert, um Versklavung zu vermeiden. Vilkovo wurde 1805 eine der größten Siedlungen in Saporoschje {Batiushkov P.N. Bessarabien, S. 138.} (für eine lange Zeit existierte parallel der Name Vilkov). Es wird allgemein angenommen, dass die ehemaligen Saporoger Kosaken die Siedlung so genannt haben, „weil sie die Aufmerksamkeit auf die Verzweigung der Donau, die der Form einer Gabel oder Forke ähnlich war“ {Bakhtalovskii G.P. Posad Vilkov. Kischinau, 1881, S. 8.}. Die wichtigste Lebensgrundlage der Kosaken war Fischerei. Sie lebten in Gemeinden, die man „Watagi“ nannte. Die „Fischwerke“ zusammen mit Netzen und Booten gehörten den Reichen. Die armen Arbeiter gaben ihnen vom ein Drittel bis zur Hälfte der gefangenen Fische {„Historischen Notizen“, 1949, B. 30, S. 225, 227, 228}.

   Während der russisch-türkischen Kriege halfen die Bewohner von Vilkovo den russischen Truppen im Kampf gegen die türkischen Unterdrücker. Der hervorragende russische Kriegsherr M. I. Kutuzov fällte über den Mut, die Tapferkeit der Fischer ein anerkennendes Urteil. In seinem Bericht vom 20. Mai 1811 berichtete er, dass schon „…die Bewohner des Dorfs Vilkovo vom Anfang des Einzugs der Truppen 1807 ihren Fleiß bei der Führung der Schiffe unserer Flottille durch die Kilijaarme zeigten. Sie fuhren den Proviant und die anderen staatlichen Sachen in ihren Booten und auf eigene Kosten durch den Fluss Donau zur Flottille und zu den Landtruppen ohne irgendwelche Löhne. Sie haben sogar Fischerei gelassen, die sie ernährt. Solche Heldentaten können geachtet werden. Unsere Truppenbefehlshaber haben ihnen als Vergütung erlaubt, den Fischfang und Weinhandel zu betreiben“ {M. Kutuzov. Sammlung von Dokumenten, B. 3. M., 1952, S. 382}. Nachdem Bessarabien Bestandteil von Russland 1812 laut Bukarester Friedensvertrag wurde, viele Bauern kamen aus Gouvernements Kazan und Saratow, Podolsk und Kherson nach Vilkovo. Das waren hauptsächlich die flüchtigen Leibeigenen. Sie mussten das Land von der Donau abgewinnen. Sie machten Dammaufschüttungen aus dem Bodenschlamm für den Bau von Häusern. Der größte Teil der Bevölkerung waren die Russen: 1818 lebten 314 Russen und 193 Ukrainer in der Siedlung. Im Jahre 1827 gab es 110 Häuser hier {Statistische Beschreibung von Bessarabien, in der Tat so genannt oder Budzhaka, S. 128; Kabuzan V.M. Bevölkerung der Region Bessarabiens und der linksufrigen Regionen Transnistrien, S. 92}. Im Jahre 1830 wurde Vilkovo ein Bestandteil der Stadthauptmannschaft Izmail. In Übereinstimmung mit der Verordnung vom 18. April 1840 „Über die Umbenennung der Siedlung Vilkovo zur Vorstadt und Bildung der Stadtverwaltung darin“ hatten der Bewohner das Recht, in die bürgerliche Klasse einzutreten {„Zeitschrift des Ministeriums für Innere Angelegenheiten“, T. 36, 1840, Nr. 5, S. LX—LXIII}. Trotz der starken Einschränkung der Registrierung der flüchtigen Bauern, blieben aber viele von ihnen in der Vorstadt. Der Bürgermeister Vilkovos U. F. Chernyi, Ratmänner V. Karasev, D. Moldovan, Ya. Kaban und Sekretär K. A. Rebdev wurden in einer illegalen Ausstellung von Pässen für Leibeigenen in ein paar Jahren beschuldigt. Der Bürgermeister floh mit seiner Familie in die türkischen Regionen, der Sekretär des Rathauses wurde alle Rechte entzogen, um sein Vermögen gebracht und nach Sibirien verschickt {Bakhtalovskii G.P. Vorstadt Vilkov. S. 34, 39}.

   Die Hauptbeschäftigung der Einwohner war immer die Fischerei. Im Bericht der Leiter der Region Bessarabien wurde es 1828 erwähnt, dass „die Einwohner Vilkovos den wichtigen Handel mit getrockneten und gesalzen Stören und Hausen, sowie mit Kaviar, Kleber und Fett betreiben. Die obengenannten Produkte zum Verkauf nach Österreich, in die Türkei und die inneren russischen Gouvernements schicken“ {Grosul Ya.S., Budak I.G. Skizzen über die Geschichte der Volkswirtschaft Bessarabiens, S. 301}. Die Staatskammer hat die Fischgründe den Kaufleuten zur Verfügung gestellt. Die reichsten Fischereien der Donau waren eine Quelle großer Gewinne für Kaufleute: die Zahlung für die Staatskammer betrug von 7 000 bis 22 000 Rubel pro Jahr, sie erhielten das Einkommen in Höhe von 100 000 – 300 000 Rubel. 1840-1847 verdrängte der reiche Kaufmann N. Shirokov alle lokalen Unternehmer und verfügte über alle Fischgründe, die der Kammer für Staatliches Vermögen bei der Stadtregierung Izmail gehörten. Auf der Kilijaarm der Donau baute er ein großes Fischunternehmen (Bazarchukskoe) mit Filialen in Izmail und Kilija, das von den hauptamtlich tätigen Spezialisten aus Astrakhan und 300 Saisonarbeiter bedient wurde. Er raubte diese Arbeiter unbarmherzig. Die Arbeiter erhielten einen kleinen Teil von Fischen anstelle von Geld und verkauften die Fische dem Kaufmann zu ermäßigten Preisen {Antsupov I.A. Staatliches Dorf Bessarabiens im XIX Jahrhundert (1812-1870). Kischinau. 1966. S. 237, 239}. Einer der Sekretäre des Rathauses Vilkovos hat gesagt: „Die Kaufleute exploitierten die Fischer Vilkovos und versklavten sie als ihre Knechte. Sie gaben ihnen Fischgeräte, Lebensmittel und Geld zu Kosten des künftigen Fischfangs“ {Bakhtalovsky G.P. Vorstadt Vilkovo. S. 105}.
   Die armen Menschen Vilkovos haben wegen häufigen Überschwemmungen gelitten. Die Feuer waren eine schreckliche Geißel der dicht bebauten Vorstadt, wo alle Häuser mit Schilf bedeckt waren. 1848 zerstörte das Feuer 58 Häuser, 1849 wurden schon 92 Häuser zerstört {Ebenda, S. 66, 67}.

   Nach dem Krimkrieg 1853-1856, laut Pariser Vertrag wurden Vilkovo und Kreis Izmail Bestandteile Moldaus, das ein Teil des damals geschaffenen rumänischen Staates 1861 wurde. Das Donaudelta wurde in Besitz der Türkei übergegeben. In diesem Zusammenhang waren die Bewohner Vilkovos in einer schwierigen Lage: sie zahlten Steuern für zwei Staaten: Rumänien – als ihre Untertanen und der Türkei – für die Fischerei in den Gewässern, die ihr gehörten. Die Gebühr für die gefangenen Fische betrug ein Drittel ihres Preises {Russland. Vollständige geographische Beschreibung unseres Vaterlandes, B. 14, S. 363}.
Während des russisch-türkischen Kriegs 1877-1878 leisteten die Fischer Vilkovos den russischen Truppen bei der Überfahrt durch die Donau eine große Hilfe, schürften freiwillig. 1881 wurden alle angrenzenden Gewässer im Kilijaarm der Donau und ihren Zuflüssen bis zum alten Istanbularm mit den Inseln, die sich in diesen Zuflüssen befinden, als Dankbarkeit für diese Taten der Vorstadt Vilkovo zum Fischfang verliehen.
{Reiseführer durch die Donau, S. 130}.
   Der Zustand der Mehrheit der Fischer blieb extrem schwierig. In der Zeitung „Bessarabisches Informationsblatt“ war es geschrieben, dass die Fischer Vilkovos in der Lage der Hörigkeit von den lokalen Kaufleuten sind {„Bessarabisches Informationsblatt“, der 1. Oktober 1889}. Nicht weniger überzeugend ist der andere Beweis: „Man fängt viele Fische in der Donau und an der Küste. Der Fischfang ist für jeden frei. Aber der Fischfang bleibt in den Händen von ein paar großen Bauern… Die Einwohner Vilkovos sind Opfer der rücksichtslosen Exploitation. Die Mehrheit der Einwohner sind beispielsweise Knechte, Sklaven von ein paar großen Bauern. Die Exploitation stellt ein System dar. Wenn der Fischer vom großen Bauer ein Darlehen für den Kauf des Takelzeugs aufnimmt oder wenn er das Takelzeug leiht, dann wird er für immer versklavt. Er soll dem Kreditgeber den ganzen Fischfang zum Preis geben, welcher der Kreditgeber selbst festlegt. Der Preis ist immer mehrmals weniger als auf dem Markt“ {Malerisches Russland, B. 5, T. 2. SPb.-M., 1898, S. 181}.
   Der Großteil der Bevölkerung war analphabetisch. Manchmal konnten sogar die Ratmänner weder lesen noch schreiben. Bei den Wahlen zur Verwaltung der Vorstadt 1879 wurde es festgestellt, dass nur 40 Menschen aus den 211 Wählern lesen und schreiben können. Am Ende des XIX Jahrhunderts gab es zwei Lehranstalten: zweijährige männliche und weibliche diözesane einjährige Berufsschule. 51 Jungen und 12 Mädchen besuchten die Lehranstalten {Niederlassung des Odessaer Staatlichen Gebietsarchivs in Izmail, Fonds 4, Verzeichnis 1, Sache. 1, Blätter 7-10; Egunov A.N. Bessarabisches Gouvernement 1870-1875, S. 126}. Die meisten von ihnen waren Kinder von wohlhabenden Bürgern. Für eine lange Zeit war Olga Nacko (1832-1919), geboren in Odessa, Leiterin der weiblichen Lehranstalt. Sie war eine bekannte Schriftstellerin in ihrer Zeit, Autorin der drei Bücher „Bessarabische Skizzen und Kurzgeschichten“. Ein Teil der Werke der Schriftstellerin wurde 1970 neu veröffentlicht {NackoO. Aus dem bessarabischen Altertum. Kischinau, 1970}.
   Die Unzufriedenheit der Einwohner Vilkovos mit dem bestehenden System wuchs. Sogar S. D. Urusov, der 1903 als bessarabischer Gubernator bestellt wurde, schrieb, dass er nach der ersten Bekanntschaft mit der Vorstadt der Fischer „in Vilkovo das Streben der Fischer nach der Befreiung vom Joch des Kapitals als Drohung für ihre Beschäftigung bemerkte“ {Urussoff S.D. Skizzen der Vergangenheit, B. 1. M., 1907, S. 266}. Der Kampf der Arbeiter stieg während der ersten russischen Revolution. Am 15. Juni 1905 begann der Streik der Matrosen des Schiffes der Russisch-Donau-Schifffahrtsgesellschaft „Bulgarien“ am Kai Vilkovos und die Mannschaft äußerte Solidarität mit den streikenden Arbeitern von Odessa {Geschichte der Moldauischen SSR, B. 1, S. 542}, die Bewohner der Vorstadt zeigten ihnen öffentlich ihre Anteilnahme.
   Kurz vor Anfang des Ersten Weltkrieges gab es 7 000 Bewohner in Vilkovo. In der Vorstadt gab es einige Fischwerke und eine Konservenfabrik. Für die Bedürfnisse der lokalen Fischer wurden zwei kleinen Spinnereien geöffnet {Reiseführer durch Donau, S. 129, 130}. Während des Krieges war die Donauregion im Frontbereich. Alle arbeitsfähigen Männer im Alter von 17 bis 55 Jahre (1320 Männer aus der Gesamtzahl von 2640 Einwohnern) wurden zum Militärdienst eingezogen. In der Vorstadt blieben nur Frauen, Kinder und Tattergreise. Ihre Situation wurde wegen der Zwangsstellungsarbeit immer schwer. Der Leiter der Vorstadt berichtete, dass es dazu führte, dass „die Haushalte der mobilisierten Fischer völlig verfielen, und ihre Familien wegen der Überarbeitung völlig erschöpft waren und in Not waren …“ {Die revolutionäre Bewegung in der Donauregion, S. 169, 170}.
   Nach der bürgerlich-demokratischen Februarrevolution wurde der Rat der Arbeiter- und Soldatendeputierten im Frühjahr 1917 in Vilkovo gegründet {Yakupov N.M. Der Kampf um die Armee im Jahre 1917. M., 1975, S. 60}. Er wurde aber keine Behörde der Revolutionsregierung wegen der Dominanz der sozialrevolutionären Elemente, die oft in einem Team mit der Verwaltung der Vorstadt waren. Die Verwaltung der Vorstadt bestand hauptsächlich aus der großen Bauern und reichen Kaufleuten. Der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution inspirierte die Arbeiter Vilkovos zum aktiven Kampf für die Errichtung der Sowjetmacht. Mitte Januar 1918 lauteten die Mottos des hier geschaffenen revolutionären Militärkomitees: „Für die Befreiung Bessarabiens“, „Für die Sowjetmacht!“, „Für Bolschewiki!“. Das Komitee wurde von einem Mitglied des Odessaer Rates der Arbeiter- und Soldatendeputierten I.G. Suvorov (Kosov) geleitet. Das revolutionäre Komitee hat die Sowjetmacht in Vilkovo öffentlich bekanntgemacht. Er rief die Arbeiter der Vorstadt zum Kampf gegen bürgerlich-gutsherrliche Rumänien, welches die Okkupation Bessarabiens begann. Zwei Kompanien, ein Maschinengewehrtrupp, zwei leichter Artillerieträger mit vier Feuerrohren und eine Sanitäreinheit wurden organisiert {Für die Republik der Sowjets S. 50}. Der Personalbestand dieser Einheiten wurde aus den lokalen Fischern und Bauern aus den umliegenden Dörfern gebildet. Sie haben heldenhaft zusammen mit den Matrosen der Donau Transportflotte und der Soldaten der Roten Garde, die aus Kilija und Odessa gekommen waren, die Angriffe der rumänischen Eindringlinge abgewehrt. Der erste Versuch der Besetzung von Vilkovo wurde am 26. Januar 1918 von den rumänischen Eindringlingen vorgenommen. Dieser Angriff wurde erfolgreich abgewehrt. Am 27 und 28 Januar 1918 wurde die Vorstadt von den Eindringlingen mehrmals beschossen. Sie versuchten, eine Panik unter der Bevölkerung auszulösen, aber ihre Hoffnungen wurden nicht befriedigt {Smіshko P.G. Der Kampf der Arbeiter der ukrainischen Donauländer um die Wiedervereinigung mit USSR, S. 69}.
   Die letzten Kämpfe bei Vilkovo dauerten ohne Unterbrechung für mehr als 48 Stunden. Am Kampf gegen die Eindringlinge nahmen drei Kanonenboote, ein Minentorpedoboot und ein Selbstfahrer teil. In der Verteidigung Vilkovos nahmen die Trupps aus den nachbarlichen Dörfern {Der Kampf der Arbeiter der ukrainischen Donauländer um soziale und nationale Befreiung 1918-1940, S. 22}, die rumänischen Soldaten und Seeleute – Internationalisten, die aus Kilija und Odessa kamen, teil. Während der Kämpfe traten etwa 20 Soldaten der rumänischen königlichen Armee in die Trupps bei. Später schrieb darüber der bessarabische Kommunist S.S. Bantke: „Hier, bei Vilkovo, zeigte das Bataillon der rumänischen Soldaten, die an der Seite der Roten Armee kämpften, dass es sich für ein Mitglied der großen Familie der proletarischen Revolution hält“ {Internationalisten in den Kämpfen um die Macht der Sowjets. M., 1965, S. 213}. Am 17. Februar stürmten die Eindringlinge die Vorstadt {„Rotes Bessarabien“, 1935, № 1, S. 6.}.
   Die Fischerei war wieder in den Händen der Steuerpächter. Jedes Jahr wuchs die Arbeitslosigkeit. Der Teil der Bevölkerung, die im Betrieb nicht tätig war, betrug 63,5 Prozent von der Gesamtzahl der Einwohner (7414 Personen) im Jahre 1930 {Kustriabova S.F. Die Lage der Arbeiter und demographische Prozesse in den Städten Bessarabiens, S. 93.}. Die Versuche der einzelnen verarmten Fischer, sich mit Landwirtschaft und Gartenbau zu beschäftigen, waren erfolglos. Die Eindringlinge entzogen die Länder, welche die Einwohner Vilkovos auf den Donauinseln mieteten, und gaben sie den großen Bauern und Beamten der Stadtverwaltung für eine höhere Miete über.
   Die Bevölkerung litt wegen der häufigen Überschwemmungen der Donau. Nach besonders starker Flut 1931, die große Zerstörung Vilkovos verursachte, sorgten die Besatzungsbehörden nur für die Stärkung und Befestigung ihrer Grenzposten und ließen die Bewohner in Stich. Der rumänische König sich zu armen Menschen herabgelassen. Man schrieb in Zeitschrift „Rotes Bessarabien“, dass er allen Beschädigten durch eine besondere Verordnung erlaubte, ohne Zahlung einer besonderen Staatssteuer im Wasser, das sie überflutete, zu fischen. Der König ist eine großer Spaßmacher“ {„Rotes Bessarabien“, 1931, № 4, S. 16.}.
   Die schwere wirtschaftliche Lage der Bewohner war mit der schweren politischen und nationalen Unterdrückung gebunden. Die Eindringlinge hielten das Volk zum Narren. Der Kommandant der Garnison Vilkovos erforderte von Bürgern, in aller Form sowohl die militärischen als auch die bürgerlichen Vertreter der Besatzungsbehörden feierlich zu begrüßen. Es gab nur einen Arzt für alle Bewohner. In den Schulen war die rumänische Sprache als Unterrichtssprache. Von 300 bis 350 Kinder, überwiegend aus wohlhabenden Familien, besuchten die Schulen {Smіshko P.G. Der Kampf der Arbeiter der ukrainischen Donauländer um die Wiedervereinigung mit USSR, S. 125}.
   Als ein Aufstand 1924 in Tatarbunary aufbrach, leisteten die Bewohner Vilkovos der Teilnehmer des Aufstandes die Hilfe. In Vilkovo waren die Einheiten der rumänischen Truppen und sechs Kriegsschiffe Donauflottille isolierten die Stadt {Ebenda, S. 322}. Der in der revolutionärer Aktivität beschuldigte Fischer Vilkovos Egor Bobrovnikov bezeugte: „Während des Aufstandes im September 1924 wurde die gesamte männliche Bevölkerung Vilkovos von den rumänischen Behörden auf dem Kahn, der in der Mitte der Donau war, interniert“ {Die Filiale des Odessaer Staatlichen Gebietsarchivs Izmail, Fonds 1172, Verzeichnis 1, Sache 231, Blatt 171}. Unter dem Druck von rumänischen Truppen gingen die letzten Gruppen der Teilnehmer des Aufstandes nach Vilkovo in der Hoffnung, sich auf der Donauinseln zu verstecken oder das Fischerdorf Volchok an der Meeresküste zu erreichen und mit den Fischerbooten von der Verfolgung des Feindes über Meer zu fliehen.
   Die größeren vereinten Kräfte der Besatzungstruppen, der Gendarmerie und der Flotte zingelten die Aufständischen um. Die meisten von ihnen starben in einem ungleichen Kampf. Die Überlebende, 98 Menschen wurde festgenommen und nach Vilkovo gebracht. Die Eindringlinge richteten ein Blutbad mit ihnen an. Nach der Folter und Misshandlung waren Erschießungen. Nur 18 Personen überlebten {Berezniakov N.V. [und andere]. Der Kampf der Arbeiter Bessarabiens um ihre Befreiung und Wiedervereinigung mit der Sowjetheimat, S. 328}. In Vilkovo gibt es Massengrab, darauf steht ein Grabstein – ein Denkmal für die Helden des Aufstandes in Tatarbunary.
   Am 1. Juli 1940 haben die sowjetischen Truppen Vilkovo befreit.
   Anfang 1941 wurden vier Fischkolchosen organisiert. Die neuen Arbeitsmethoden in der Fischerei sicherten eine hohe Arbeitsproduktivität und gute Erträge. In kurzer Zeit wurde das Fischwerk rekonstruiert und erweitert.
   Am 22. Juni 1941 berichtete das Kommando der Grenzabteilung Izmail: „Um 7:25 wurde das Artilleriefeuer des Feindes in Vilkovo eröffnet“ {Grenztruppen der UdSSR im Großen Vaterländischen Krieg, S. 75.}. Die Schiffe der militärischen Donauflottille haben die Artillerie des Feindes durch Gegenfeuer aufgehalten. Die Grenzsicherheitstruppen und die Abteilungen der Roten Armee verhinderten die Versuche des Feindes auf dem linken Ufer der Donau an Land zu gehen.
   Innerhalb eines Monats wurden die schweren Kämpfe im Bereich Vilkovos geführt. Am 20. Juli 1941 sind die faschistischen Eindringlinge in die Stadt eingebrochen. Die rumänischen Beamten, Polizisten, Gendarmen waren wieder hier. Das Rathaus Vilkovos handelte auf ihre Anordnung.    Rumänische Siguranta verhaftete alle Aktivisten und alle Menschen, die in Verdacht wegen der kommunistischen Propaganda standen. Am 7. September 1941 erschossen die Eindringlinge die Bewohner Vilkovos A. Katets, N. Gneushev, F. Sukhov, I.Homutov in Röhrichte der Donau. Diese Menschen waren in der Unterstützung der sowjetischen Behörden bei der Durchführung der sozialistischen Reorganisierung beschuldigt. {Sowjetische Donauregion, S. 190, 191}.
   In früher Morgenstunde, am 24. August 1944 liefen die sowjetischen Schiffe der militärischen Donauflottille in Kilijaarm an. Sie bestanden die starke Beschießung der Küstenbatterien und der Monitoren des Gegners, setzten den Abladetrupp am Stadtrand ab und machten Vilkovo frei {Kriegerischer Weg der sowjetischen Kriegsflotte. M., 1974, S.. 385; Kuznetsov N.G. Richtung zum Sieg. M., 1975, S. 432}.
   Die dankbaren Bewohner der Stadt ehren heilig Gedächtnis über ihre Befreier. In der städtischen Anlage wurde ein Denkmal für Helden-Seeleute, die in den Kämpfen für die Befreiung der Stadt gestorben sind, auf dem Massengrab errichtet. Die Bewohner Vilkovos haben ihren Beitrag zur Niederringung der Faschisten gemacht. An der Front des Großen Vaterländischen Kriegs kämpften 429 Stadtbewohner, 87 von ihnen gaben ihr Leben für das Vaterland. Den 329 Menschen wurden Regierungsauszeichnungen verliehen.
   Während des ersten Fünfjahresplans nach dem Krieg ersetzte die Fischflotte mit Motorbooten den Betrieb mit Ruderbooten bei den Fischkolchosen. Im Mai1947 wurde die Station für Motorbooten und Fischerei Vilkovos geschaffen, die zuerst fünf und dann elf Fischkolchosen des Gebiets bediente.
   Im Mai 1948 begann ein neues Unternehmen – eine Schiffsreparaturbasis – seine Arbeit, wo die Reparaturen der Motorflotte durchgeführt wurden und die mittleren Segel- und Ruderschiffe gebaut wurden. In zwei Jahren wurde der staatliche Punkt für aktiven Fischfang geschaffen, der den Fischfang parallel mit den Kolchosen betrieben hat. Der Punkt und die Station für Motorbooten und Fischerei verfügten über 22 Schiffe. Zu diesem Zeitpunkt vereinigten sich die Fischereiartels in einer großen Kollektivwirtschaft – Kolchose Lenin. Der Bau des Fischwerks Vilkovos fing an.
   Mit dem Wachstum der Wirtschaft Vilkovos, die zum größten Punkt der Fischanlandung und Fischverarbeitung wurde, verbesserte sich der Wohlstand der Bevölkerung, seine kulturelle Ebene erhöhte sich. Das Krankenhaus für 38 Betten, die Poliklinik, die Behandlungsstelle beim Fischwerk wurden eröffnet; dort arbeiteten 18 Medizinarbeiter. Es gab einen Kindergarten und eine Kinderkrippe {Ebenda, Blatt 70}. Die wesentlichen Veränderungen passierten in der Volksbildung. Es gab nur Fachschulen mit drei Klassen und einer Klasse Anfang 1940, während der Okkupation von bürgerlichen und gutsherrlichen Rumänien. 1944 und 1945, unmittelbar nach der Ausstoßung der Faschisten wurden zwei Grundschulen, eine siebenjährliche Schule und eine Mittelschule eröffnet, wo 40 Lehrer 1187 Schüler ausgebildet haben. Eine Abendschule wurde auch eröffnet. 1946 wurde eine Betriebsberufsschule geschaffen, die während der folgenden fünf Jahre 500 Facharbeiter in der Fischwirtschaft vorbereitet hat. Bei der Schule wurden die Kurse für seemännisches Personal organisiert. Die Fischer steigerten dort ihre Qualifikation. Die neuen Berufe entstanden in der Fischerei: Mechaniker, Motorist, Funker.
   Die Wirtschaft der Stadt entwickelte sich rasch. Die neuen Abteilungen des Fischwerkes wie Salzerei, Räucherei, Abteilung für Trocknung der Fische, Böttcherei, Kistenfabrikation, sowie die Lager und andere Betriebsobjekte wurden geschaffen. Seit 1952 gibt es einen Kühlschrank für 500 Tonnen. 17 Plätze für Brigaden wurden gebaut, die Fischereiflotte erhielt 15 Schiffe. Das speziell geschaffene Baugrundstück führte den Bau von Betriebsobjekten und kulturellen und sozialen Objekte für ein Fischwerk, einen Fischgenossenschaftsbetrieb und einen städtischen kommunalen Betrieb {Ebenda, Blatt 9, 17; Sache 4, Blatt 45.}. Mit Hilfe der Motorfischfangstation, die mit modernen Fischfanggeräten ausgestattet ist, haben die Fischer Vilkovos die neuen Fanggebiete im Schwarzen Meer, bei der Küste der Krim und im Kaukasus erfolgreich gewonnen. Gleichzeitig wurde eine umfangreiche Arbeit zur Wiederherstellung und Erhöhung der Fischressourcen der danubischen Seen durchgeführt. Die fischwirtschaftliche Melioration der Fischgründe, die Arbeit an der Fischzucht und Akklimatisierung der neuen kommerziellen Fischarten, die Verbesserung des Schutzes der Fischressourcen und die Regulierung der Fangtätigkeit wurden durchgeführt {Ebenda, Verzeichnis 5, Sache 63, Blatt 13}.
   Die Stadt verklärte sich. Nur 1952 wurden ca. 0,5 Mio. Rubel für den Bau der Brücken, der neuen Bürgersteige, die Küstenfestigung der Kanäle assigniert {Ebenda, Verzeichnis. 1, Sache 4, Nr. 36}.
   Anstatt der Barge, die bis 1953 als Flußbahnhof diente, entstand eine zweistöckige Abfahrtshalle mit Kassenräumen, einem Buffet und einem Hotel. Im Zentrum der Stadt wurde das neue Kaufhaus gebaut; die Gesamtzahl der Verkaufsstellen erhöhte sich bis zu 22. Der staatliche und persönliche Wohnungsbau entwickelte sich in großem Umfang. Das Fernheizkraftwerk Vilkovos begann seine Arbeit 1955, die kleinen Kraftwerke wurden in den Küstengebieten der Fischerei im Donaudelta gebaut.
   Die vereinigte Fischkolchose Lenin hat in ihrem Besitz 500 Motorboote, 11 Feluken und 20 Fischereifahrzeuge und wurde zum stärksten Fischbetrieb der Betriebsgesellschaft der Schwarzmeer-Fischereiindustrie. Die Grundlage für die wirtschaftliche und technische Leistung der Fischkolchose war ihre Flotte der Fischereifahrzeuge.
   Die Fischkolchose Lenin ist der wichtigste Lieferant von Rohstoffen für die fischverarbeitende Filiale Vilkovos der Betriebsgesellschaft der Schwarzmeer-Fischereiindustrie „Antarktika“. Von der Donau und dem Schwarzen Meer werden hier der berühmte Donauhering, Zander, Wels, Lachs und die anderen oft gefangenen Fische geliefert. Hier werden auch Notothenia, Sardinelle, Zahnbrasse aus den atlantischen gewerblichen Expeditionen geliefert. Von hier aus werden Balyk aus der Welse und Lachs, Räucherwaren aus Bastardmakrelle, Sardinelle, Zahnbrasse und anderen Fischen, gepresster und körniger Kaviar, gefrorene Fische in die verschiedenen Städte des Landes geschickt. Besonders berühmt ist eine Delikatesse Vilkovos –Donauhering in Faß- und Dosensalzung. Die Produktion des heißgeräucherten Donauherings begann 1975. In der Konserven-Abteilung fing die Produktion einer neuen Delikatesse – Makrele in Mayonnaise an.
   Die Station für Schiffsreparatur und Wartungsarbeiten Vilkovos, welche die Schiffe für eine Fischkolchose und ein Fischwerk bediente und reparierte, wurde 1971 zur Schiffsreparaturfiliale Vilkovos der Betriebsgesellschaft der Schwarzmeer-Fischereiindustrie „Antarktika“ reorganisiert. Bei der Filiale wurde eine Abteilung für Reparatur Fischfangvorrichtungen der Schiffe, welche den Fischfang nicht nur im Meer, sondern auch im Atlantischen Ozean betreiben, geschaffen. Hier werden auch die Trawler repariert.
   Die Stadt Vilkovo befindet sich an der viel befahrenen Wasserstraße. Im Hafenpunkt werden Kohle, Zement, Kies, Sand, Holz und Schnittholz ausgeladen. Hier werden die Passagierschiffe auf den Tragfläche festgemacht. Der Name der Stadt ist auf dem Schiff geschrieben, dessen Mannschaft eine der ersten in der Sowjetischen Donau-Schifffahrtsgesellschaft den Titel des Kollektivs der Kommunistischen Arbeit erhalten hat.    Dieses Schiff wurde von den Schiffbauern der Ungarischen Volksrepublik gebaut und schwimmt über die Donau seit Dezember 1960. Vor einem halben Jahrhundert kursierte das Passagierschiff mit demselben Namen über die Donau, welches seine erste Reise von Vilkovo nach Odessa am 15. August 1904 begann {„Einwohner von Bessarabien“, der 31. August 1904}. Während des neunten Fünfjahresplans entstand ein neues Unternehmen in der Stadt. Das war ein Werk für Knoten und Details für Pressen, das eine Filiale der Odessaer Betriebsgesellschaft für Werkzeugmaschinen für spanlose Formung war.
   Die mechanisierte mobile Kolonne Nr. 98 des Trusts „Dunaivodstroi“ hat einen großen Beitrag zur Entwicklung der Bewässerungslandwirtschaft gemacht.
   Im ersten Jahr des zehnten Fünfjahrplans fing die mechanisierte mobile Kolonne Nr. 98 mit dem Bau der ersten Reihe des Bewässerungssystems Donau- Dnister an {„Morgenschimmer der Donau“, der 4. März 1976}. Das Bewässerungssystem wird in Übereinstimmung mit den „Hauptrichtungen der Entwicklung der Volkswirtschaft der UdSSR 1976-1980“ geschaffen. In der Nähe von Vilkovo, beim Dorf Liski, beginnt der Kanal mit Länge von 14 Kilometern, der die Donau mit dem See Sasyk verbindet.
   Im Vorort wurden die Produktionsanlagen für die mechanisierte mobile Kolonne Nr. 98 (Werkstätte, Lager), sowie die Wohnhäuser und Wohnheime für Bauarbeiter, einen Kindergarten, eine Kinderkrippe mit 140 Plätzen, ein Esszimmer errichtet {„Morgenschimmer der Donau“, der 7. Juni 1977}.
   Die Regierungsauszeichnungen wurden für 85 Bestarbeiter des Produktionszweigs Vilkovos für eine selbstlose Arbeit verliehen. Die ehemaligen Kapitäne der Fischereifahrzeuge der Fischkolchose Lenin Kh. L. Zhigarev und V. G. Polyakov (beide sind jetzt Rentner) und Krankenpflegerin des Stadtkrankenhauses V.L. Shalar wurden mit dem Lenin-Orden ausgezeichnet. Der ehemalige Buchhalter der Fischkolchose Lenin G. A. Kasianov wurde mit dem Orden der Oktoberrevolution ausgezeichnet.
Im neunten Fünfjahresplan wurde ein großes Bauvolumen erfüllt. Eine Anlegestelle an der Donau, eine Räucherei der fischverarbeitenden Filiale Vilkovos (ihre Kapazität beträgt 7 Tonnen vom geräucherten Fisch pro Tag), Abteilungen der Kommunalunternehmen, ein Gebäude der achtjährigen Schule, eine Apotheke, eine Markthalle, ein Feinkostladen wurden gebaut. Die Wohnhäuser für 72 Wohnungen wurden auf staatliche Kosten und 363 Einzelhäuser gebaut {„Morgenschimmer der Donau“, der 1. Januar 1976}.
   Die Dienstleistungen und Reparaturen für die Bevölkerung werden durch den Fischgenossenschaftsbetrieb des Kreises durchgeführt. Der Fischgenossenschaftsbetrieb zählt 57 gewerbliche Betriebe: Backwarenkombinat, Konditorei, Genossenschaftsbetrieb für Gemeinschaftsernährung, Kaufhaus, Feinkostladen und Bade- und Wäschereiabteilung usw. in Vilkovo. Es gibt ein Dienstleistungszentrum – eine Filiale des Dienstleistungsunternehmens des Kreises Kilija. Die Reparaturen der Wohnungen, die Herstellung von Dachpfannen und Verpackungsfässer werden nach Bestellung der Bevölkerung durch die Abteilung des Reparatur-und Baubetriebs Izmail durchgeführt.
   Eine neue Polyklinik wurde 1975 auf Kosten der Fischkolchose und der Filiale der Betriebsgesellschaft der Schwarzmeer-Fischereiindustrie „Antarktika“ gebaut. Das städtische Krankenhaus verfügt über 100 Betten, beim Fischwerk gibt es Gesundheitszentrum. In der Gesundheitseinrichtungen der Stadt sind 12 Ärzte und 57 Spezialisten mit Fachschulbildung tätig.
Es gibt zwei Mittelschulen, wo 95 Lehrern 1 600 Schüler lehren. 250 Jungen und Mädchen besuchen die Schule für Arbeiterjugend. In der Mittelschule Nr.1 lernt man eine Fremdsprache ab der ersten Klasse. Man hat der Direktorin dieser Schule A.I. Oleinikova einen Titel der Verdienten Lehrerin der UdSSR verliehen. Die Lehrerin L.I. Kovalenko wurde mit dem Orden des Roten Banners der Arbeiter ausgezeichnet. Sechs Lehrer erhielten die Abzeichen „Die Besten Lehrer der Volksbildung“.
   Die Tätigkeit des Kulturpalastes (Saal für 500 Plätze) ist vielfältig. Hier hält man Vorträge und Vorlesungen. Es werden Themenabende angeboten. Es gibt eine Kommission für die Einführung der neuen Feste und Bräuche im Alltag. Die Eheschließungen und Eintragung der neugeborenen Kinder, der Eintritt in die erste Klasse, die Einstellungen als Arbeiter und Kolchosenbauern, die Verabschiedung mit den Jungen, die in die sowjetische Armee eintreten, finden feierlich statt. Die feierliche Verabschiedung mit Fischern, die Kertsch-Expedition unternehmen, wurde auch traditionell. Der Fischertag wird gefeiert. Während dieses Festes werden die Bestarbeiter des Betriebs ausgezeichnet.
   Eine große Erziehungsarbeit unter der Bevölkerung wird durch zwei öffentliche Bibliotheken für die Erwachsenen und Kinder durchgeführt. Der Buchbestand beträgt 36 000 Exemplare. Es gibt eine Bibliothek in der Fischkolchose Lenin.
   Der Stadtrat widmet der Verbesserung der Wohnungsverhältnisse und übrigen Lebensbedingungen der Bürger und der Befriedigung der kulturellen Anforderungen viel Aufmerksamkeit. Nur für die Investitionsbauten in der Stadt wurden gemäß dem neunten Fünfjahrplan über 3 Millionen Rubel und für die bauliche Ausgestaltung 800 000 Rubel bezahlt. Die Aufwendungen im zehnten Fünfjahrplan haben sich deutlich erhöht. So beträgt das Budget des Stadtrates 729,8 Tausend Rubel im Jahre 1977, für die bauliche Ausgestaltung wurden 276,7 Tausend Rubel assigniert. Für die Volksbildung wurden 177 Tausend Rubel, für die Entwicklung der Kultur 11,2 Tausend Rubel, und für die Gesundheitsfürsorge 256,1 Tausend Rubel assigniert. Außerdem wurden 121 000 Rubel aus dem Budget des Bezirks für Volksbildung bezahlt.
   Die Vergangenheit und Gegenwart sind in einer eigenartigen Gestaltung der Stadt Vilkovo eng gebunden. Hier sind die Straßen-Kanäle und die asphaltierten Boulevards, Einerkajaks, Feluken und Fischereifahrzeuge, die Häuser mit weißen Wänden mit der grünen Weingärten und die modernen Gebäude benachbart. Die Skulptur des Fischers erinnert an der langjährigen industriellen Hauptspezialisierung der Stadt. Im Zentrum der Stadt steht ein Denkmal für den Gründer des Sowjetstaates V.I. Lenin.
   Der Schönheit der Fischerstadt sind viele Kunstwerke gewidmet. Die Gedichte der modernen russischen, ukrainischen und moldauischen Dichter besingen Werkstadt.

V.T. Galias