Sehr geehrte Gäste, auf unserer Web-Seite treffen Sie oft das Wort „Lipovaner“. Sie wissen schon, dass man mit diesem wohlklingenden Wort die Gläubigen der Ostkirche der Altgläubigen. Die Administration von „Tikhaia Gavan“ stellt Ihnen eine interessante Information über die Herkunft des Wortes „Lipovaner“ zur Verfügung. Sie können es sich dann vorstellen, in welcher einzigartigen sozialen Umgebung Sie sich erholen werden.
Es ist zu bemerken, dass das Wort „Lipovaner“ gerade aus Vilkovo stammt. Es hat sich über das ganze Territorium des Donaudeltas verbreitet und auch noch über Rumänien, Moldau und Bukovina, d.h. im rumänischsprachigen Raum. In anderen Orten nennt man die Vertreter dieses Glaubens die „Altgläubigen“. Also soll man die Herkunft des Wortes „Lipovaner“ nicht in der ethnisch-konfessionellen Zugehörigkeit der Menschen benannt als Lipovaner, sondern in ihrem sozialen, natürlichen und geographischen Leben suchen.
Das Wort „Lipovaner“ ist ein Spitzname. Es ist aber bekannt, dass man einen solchen Spitznamen wegen eines besonderen Merkmals bekommt. In der Literatur schreibt man dieses Wort mit „o“ – „Lipovaner“, aber die Altgläubiger nennen sich selbst als Lipavaner mit „a“ und sagen dabei: „Wir wissen es nicht, warum man dieses Wort mit „o“ schreibt, wir waren und sind Lipavaner“.
Also, warum begann man, die Gläubiger der Ostkirche der Altgläubigen, die in Vilkovo wohnen, Lipovaner zu nennen?
Moderne Vilkovo unterscheidet sich von der Stadt, die sie vor 100-200 Jahren war. Wenn man wirklich wissen will, was das Vilkovo ist, soll man einen alten Teil der Stadt mit Kanälen besuchen und die mit Wasser bedeckten, kanalisierten, mit Simsen umgegebenen Landesgebiete besichtigen.
Die großen Massive der undurchdringlichen Schilfe, die Schwemminseln im Sumpf, die breitästigen Weiden, Frösche, Nattern, wilde Vögel, eine große Menge von Mücken und kleinen Fliegen waren auf dem Platz der modernen Stadt Vilkovo. Die flüchtigen Altgläubigen kamen zu solchem wilden, sumpfigen Territorium der Mündung der Donau und begannen es zu beherrschen. Für das Überleben in harten Naturbedingungen waren der große Wille, Glauben an die eigene Stärke und eine Riesenarbeit an der Veredelung der wilden Natur erforderlich. Das für den Aufbau der Häuser bestimmte Gelände wurde von Schilfen geräumt. Der Schlick um das Gelände wurde händisch entnommen. Mit diesem Schlick wurde das Gelände höher gemacht. Auf dem Platz des entnommenen Schlicks entstanden die Kanäle. Auf solche Weise wurden die Plätze für den Aufbau des Hauses, für den Garten geschaffen. Dabei war man gezwungen, das Gelände auf eineinhalb-zwei Meter höher als der Wasserstand zu machen.
Stellen Sie sich nur vor: für die Vorbereitung des Platzes von 6 Ar musste man Mehr als eintausend Kubikmeter des Schlicks entnehmen und legen. Jedes Jahr wurden die Altwasser verschlickt. Man hat den Schlick wieder weggenommen und auf den Boden in den Garten gelegt. Man setze fort, den Garten weiter zu pflastern und die neuen Meter von Boden zu kriegen. Wenn die Kinder schon erwachsen wurden, wurde für sie ein neues Gelände vorbereitet. Man hat wieder den Schlick weggenommen. Der Platz für das Haus und den Garten wurde gepflastert. Dank der schweren Arbeit wurden die Stadt Vilkovo und ihre Straßen-Kanäle geschaffen.
Die walachischen Fischer, welche entlang den Festlandsküste des Donaudeltas gewohnt haben, beobachteten erstaunt die Auswanderer, die wie Schwalben aus dem Schlick ihren Platz für das Leben gepflastert haben. Vor Ankunft dieser Auswanderer hat niemand auf solche Weise seinen Platz an der Sonne herrichtet. Im Donaudelta gibt es viele andere Plätze mit einem festen Boden, wo sich solche Auswanderer-Altgläubigen gesiedelt haben. Aber nur diese Gruppe der Auswanderer beschloss, an solchen schwer zugänglichen Stellen zu wohnen. Die alltägliche Arbeit an der Pflas¬te¬rung der Plätze unterschied diese Gemeinde von anderen Gemeinden der Altgläubigen im Niederdonau.
Die Walachen haben über diese Auswanderer so gesprochen: „sie pflastern“, „sie pflastern aus“, „sie legen“. In der rumänischen Sprache gibt es ein archäisches Verb „pava“. Ins Russische übersetzt man dieses Verb als „pflastern“, „auspflastern“, „legen“, „bahnen“.
„Li“ ist ein Personalpronomen „sie“ in der rumänischen Sprache. „Li pava“ bedeutet „sie pflastern“, „sie pflastern aus“, „sie legen“. Mit der Zeit umwandelte sich die Wortverbindung „li pava“ zum Eigennamen „LIPAVANER“. Dieses Wort blieb in der Umgangssprache nicht nur der Walachen, sondern auch der russischen Altgläubigen, weil das Wort „Lipavaner“ sie positiv charakterisierte und ihre Arbeit widerspiegelte.
Es ist zu bemerken, dass dieses Wort Ende des XVII Jahrhunderts entstand, wenn umgangssprachliches Latein in der walachischen Sprache dominierte. Deshalb ist es falsch, die Herkunft des Wortes „Lipavaner“ vom Standpunkt der modernen rumänischen Sprache zu betrachten. Das Verb „pava“ unterscheidet sich vom modernen Verb, wie die Umgangssprache der heutigen Russen von der Aussprache der Bewohner Moskowien im XVII Jahrhundert.
„Den Platz fürs Haus pflastern“, „den Garten pflastern“, „mit Pflastersteinen belegen“, „den Kanal machen“- diese Worte kann man in Vilkovo jeden Tag hören. Bisher haben sie eine große Bedeutung im Leben der Lipovaner.

